FDP-Ferienfraktion Erkundungsradtour

14. Juli 2020

FDP-Ferienfraktion Erkundungsradtour: Es bewegt sich wieder etwas in Steinbach

Bei perfekten Wetterbedingungen, warmen 25°C und bewölkt, ging es mit der Erkundungsradtour der FDP-Ferienfraktion am neuen Steinbacher Gewerbegebiet „Im Gründchen“ los. Fraktionsvorsitzende Astrid Gemke begrüßte die 30 interessierten Teilnehmer und gab einen Ablaufplan für die Erkundungsradtour an diesem Abend.

Und es war eine besondere Ferienfraktion, die zuerst ganz im Zeichen der notwendigen und geltenden Corona-Regeln stand. Gemäß der Absprache mit den Behörden und dem 5-seitigen Hygiene- und Sicherheitskonzeptes wurden durch den stellv. Fraktionsvorsitzenden Kai Hilbig die an dem Abend geltenden Regeln vorgestellt: die einzelnen 10er-Gruppen unter Einhaltung der geltenden Abstandsregeln, und die einzelnen Gruppenbegleiter Astrid Gemke, Simone Horn und Dominik Weigand, wurden dabei räumlich und teilweise zeitlich voneinander getrennt. Jeder neue Info-Standort war diesbezüglich vorbereitet und die einzelnen Gruppenbegleiter hatten ständig einen Blick für die Situationen. „Abgesehen davon, dass wir unsere jahrelange Tradition der regelmäßigen Ferienfraktionen nicht einfach aufgeben wollten, war es uns auch wichtig aufzuzeigen, dass man, mit den geltenden Regeln, derartige Veranstaltungen umsetzen kann, sagt Kai Hilbig und fügt hinzu: „auch wenn der Aufwand und die Durchführung der Vorbereitung für uns ganz neue Dimensionen erreichten.“

Nun stand das eigentliche Thema wieder im Vordergrund: Der Erste Stadtrat Lars Knobloch berichtete anschließend über die Fortschritte der Bautätigkeit im neuen Gewerbegebiet und die große Bedeutung, die dieses Gebiet für die Entwicklung der Stadt Steinbach hat. Lars Knobloch: „Die Gewerbesteuer trennt arme von reichen Kommunen. Nachdem weit über zwei Jahrzehnte keine nennenswerten Gewerbeflächen in Steinbach erschlossen wurden, war es dringend nötig dieses Thema wieder anzugehen.“ In den letzten Jahren hat die Stadt Steinbach durchschnittlich ca. 3,7 Mio Euro an Gewerbesteuer eingenommen. Um mehr Spielraum zur Erfüllung der finanziellen Verpflichtungen und für Investitionen zu haben, braucht die Stadt Steinbach dringend höhere Gewerbesteuereinnahmen. Dieses Ziel soll mit dem neuen Gewerbegebiet erreicht werden.

Bereits ein Jahr nach seinem Amtsantritt hatte der damalige Bürgermeister Dr. Stefan Naas 2010 mit der Planung begonnen. Ab 2012 wurde mit den Grundstückseigentümern verhandelt und 2017 wurden die zum Teil sehr schwierigen und intensiven Gespräche abgeschlossen. Mit der in der letzten Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Erweiterung um 1,1 Hektar hat das Gewerbegebiet „Im Gründchen“ jetzt eine Gesamtfläche von fast 8 Hektar und 5,9 Hektar Nettobauland, wie Lars Knobloch zu berichten wusste.

Für die Stadt war und ist es wichtig, zukunftsträchtige Hi-Tech-Unternehmen anzusiedeln oder in Steinbach ansässigen Gewerbetreibenden in diesem Bereich die Möglichkeit zum Wachstum zu geben. Durch das neue Gewerbegebiet war es möglich, Unternehmen wie die Central Apotheke (Pharma) und Panacol (Spezialkleber) in Steinbach zu halten und Unternehmen wie Löwenstein Medical Innovation (Beatmungsgeräte) oder tec 5 (u.a. Spektroskopie) zu gewinnen. Erster Stadtrat Lars Knobloch: „Das waren keine einfachen Gespräche, aber wir sind sehr stolz darauf, dass uns dies gelungen ist.“

Weiterhin berichtete Lars Knobloch freudig über das große Interesse, dass es an den Grundstücken im Gewerbegebiet gab und auch noch gibt. Dies führt er auf die zentrale Lage unserer Heimatstadt in unmittelbarer Nähe zu Frankfurt, die direkt an das Gebiet angrenzende S-Bahn-Station und die allgemein gute Verkehrsanbindung Steinbachs zurück. „Die Stadt Steinbach wird auch in Zukunft bei der Auswahl der Unternehmen weiter auf Zukunftsbranchen und starke Unternehmen setzen, da wir uns keinen Fehltritt erlauben dürfen“, so der Erste Stadtrat.

Die ersten Unternehmen werden bereits im November 2020 ihren neuen Unternehmenssitz in Steinbach beziehen.

Auch ein provisorischer Fußweg vom neuen Gewerbegebiet zum S-Bahnhof ist bereits entstanden. Zick-Zack zum Bahnhof läuft er an der Gemarkungsgrenze zu Oberursel entlang. Es ist aber das Ziel der Steinbacher Stadtpolitik, nach Fertigstellung des Gewerbegebiets einen neuen und dann richtig befestigten und beleuchteten Weg entstehen zu lassen.

Auch zwei Straßennamen im neuen Gewerbegebiet mussten gefunden werden, und da sich das Gewerbegebiet an der Gemarkungsgrenze zu Oberursel befindet, entschloss sich die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Steinbach, die beiden Straßen nach den angrenzenden Oberurseler Stadtteilen Weißkirchener und Stierstädter Straße zu nennen.

Der neue Kreisel, um den es im Vorfeld große politische Diskussionen gab, ist schon länger fertig und hat sich als großer Gewinn für den Verkehrsfluss am Gewerbegebiet und der Bahnstraße erwiesen. Einzig die mögliche Gestaltung der Fläche ist noch in der Diskussion.

Anschließend ging es dann weiter zur Altkönighalle. Hier berichtete Lars Knobloch zuerst über die interessante Geschichte des Altkönigs (das Gipfelgrundstück gehörte von 1809 bis 1979 zu Steinbach) und über die Hallensituation in Steinbach. Viele Jahrzehnte gab es nur die mit großem Engagement und komplett in Eigenleistung von der TuS Steinbach errichtete Friedrich-Hill-Halle. Im Moment wird diese Halle von der TuS in eigener Regie und unter Aufwendung erheblicher finanzieller Mittel saniert. Eine Leistung die unser aller Respekt verdient. Auch die Grundschulturnhalle, die ab 1966 zur Verfügung stand, konnte nicht ausreichend Platz für die Sportler bieten. So entschloss sich die Stadt, dass eine größere Halle gebaut werden muss, wobei dies natürlich mit hohen Kosten von insgesamt 3,7 Millionen DM verbunden war. Um diesen für Steinbach unglaublich hohen Betrag aufzubringen wurde das Gipfelgrundstück des Altkönigs für 1.250.000 DM an das Land Hessen verkauft. Dazu gab es noch Fördermittel in Höhe von 1.600.000 DM vom Land Hessen und 350.000 DM vom Hochtaunuskreis. Den verbleibenden Restbetrag musste die Stadt aus eigenen Mitteln stemmen. 1984 wurde die Altkönighalle an die Vereine unserer Heimatstadt übergeben. Obwohl die Halle insgesamt in einem guten Zustand ist, sind nach langen Jahren natürlich immer mal wieder Reparaturen notwendig. So wurden vor kurzem das Hallen und die Duschen erneuert. Noch dieses Jahr muss auch die Heizung ersetzt werden und im Anschluss ist der Hallenboden dran. Da die Altkönighalle im Gegensatz zu fast allen anderen großen Hallen im Hochtaunuskreis, die zu weiterführenden Schulen wie der IGS in Stierstadt oder der AKS in Kronberg gehören, nicht im Besitz unserer Landkreises ist, müssen diese Reparaturen immer aus dem Haushalt unserer Stadt bezahlt werden.

Weiter ging es zum Sportplatz. Hier informierte Lars Knobloch über die Geschichte der Steinbacher Sportplätze, die Entstehung des jetzigen Sportzentrums, das bis zur Fertigstellung im Jahr 1974 insgesamt 1.346.000 DM kostete, und würzte die Erzählungen mit einigen lustigen Anekdoten aus der Vergangenheit. Steinbach verfügte damals über eines der modernsten Sportzentren in ganz Hessen und hatte nach dem Waldstadion in Frankfurt die erst zweite Tartanbahn in unserem Bundesland. Für den LC Steinbach, der seit 1979 besteht, ergab sich dadurch die Möglichkeit viele hochwertige Meisterschaften und Wettkämpfe auszutragen an denen sogar Weltmeister und Olympiasieger teilnahmen. Die sich auf dem Sportplatz befindlichen Vereinsheime vom FSV Steinbach und LC Steinbach wurden vollständig in Eigenarbeit der beiden Vereine errichtet. Eine Leistung und ein Engagement, das man nicht hoch genug bewerten kann, gaben die beiden Vereine doch damit ein leuchtendes Beispiel ab. Peter Klama vom FSV Steinbach, der als Besucher an der FDP-Ferienfraktion teilnahm, erzählte sehr anschaulich wie der Bau des Vereinsheims von 1977 bis 1978 ablief.

Großes Engagement zeigte der FSV Steinbach auch bei seinem Projekt Kunstrasenplatz, das die FDP Steinbach bereits von Beginn an konsequent unterstützt hat. Mit dem 2015 fertiggestellten Platz verfügt unser Sportzentrum jetzt, neben dem Rasenplatz, über eine zweite sehr gute Spielfläche.

Der nächste Zwischenstopp war die Waldstraße, die jetzt erneuert wird. Zwischen dem Sport- & Fitnesspark und Phorms-Schule ist die Straße nun seit dem 6. Juli 2020 gesperrt. Lars Knobloch erklärte hier die verschiedenen Baumaßnahmen, bei denen es das Ziel ist, sie bis zum Ende der Herbstferien abzuschließen. Momentan ist die Straße 5m breit und sie soll auf 6m Breite erweitert werden. Dadurch kann in Zukunft vermieden werden, dass es zu brenzligen Situationen kommt, wenn Busse und Autos aneinander vorbeifahren. Ein Teilnehmer fragte, ob es durch die Erweiterung der Straße auch zu einer Rennstrecke kommen könnte. Lars Knobloch konnte ihm versichern, dass es auch hier bei einer 30-er Zone bleiben wird.

Ab dem Sport- & Fitnesspark entsteht bis zur Phorms-Schule ein neuer Fußweg, der wenn er in der Nähe der Waldstraße verläuft, eine Breite von 3m hat und in dem Bereich in dem er von der Straße zurückversetzt wird, dies ist entlang des Sportzentrums der Fall, noch 2.50m breit ist. In diesem Abschnitt wird der Weg auch eine eigene Beleuchtung erhalten. Der Gehweg soll auch für den Radverkehr freigegeben werden. An den Stellen, an denen es entlang der Waldstraße Baumlücken gibt, sollen neue Bäume gepflanzt werden, so dass eine Alleenstraße entstehen wird. Die Baukosten für die Sanierung der Waldstraße und dem neuen Gehweg belaufen sich auf 498.000 €. An Unterstützung erhält die Stadt Steinbach für dieses Projekt 357.000 € aus dem hessischen Kommunalinvestitionsprogramm und weitere 120.000 €, die von der Phorms-Schule für Infrastrukturmaßnahmen zur Verfügung gestellt wurden. Da es die Verpflichtung vom Land gibt, dass bis 2022 alle Bushaltestellen im Stadtgebiet barrierefrei sein müssen, wird auch die Bushaltstelle am Wald umgebaut. Diese Maßnahme kostet 360.000 €, wird aber mit 85 % vom Land Hessen gefördert.

Nun war die Zielgerade am Nicolaiweg erreicht. Heiko Hildebrandt, Vorsitzender des Bauausschusses und auch Bewohner der Brummermann-Siedlung, erläuterte die Probleme der Einwohner, die am Nicolaiweg wohnen. Seit Jahrzehnten gab es immer wieder Überschwemmungen bei starkem Regen, so dass die anliegenden Grundstücke und Keller überflutet wurden. Ebenso war der Rad- und Fußweg grundsätzlich in einem schlechten baulichen Zustand.

2016 stellte die FDP-SPD-Fraktion einen Antrag bei der Stadtverordnetenversammlung für die Verbesserung der baulichen Situation des Nicolaiweges. Erst nach Fertigstellung der katholischen Kindertagesstätte in diesem Jahr, konnte endlich mit den Bauarbeiten begonnen werden. Von der Feldbergstraße bis zur Kronberger Straße wird der Rad- und Fußweg nun eine Breite von drei Meter haben: Eine wichtige Vorschrift, damit auch die Feuerwehr den Weg passieren kann. Der gesamte Rad- und Fußweg wird aber weiterhin für den Autoverkehr gesperrt bleiben.

Es ist wichtig und erforderlich, dass der Weg auch abschüssig angelegt wird, damit das von den Häusern bei starkem Regen weggeleitete Wasser durch einen neuen Graben und weitere Ablaufvorrichtungen aufgenommen werden kann.

Der gesamte Weg wird asphaltiert und mit Straßenlaternen ausgeleuchtet. Auf die Frage einer Teilnehmerin, dass der Weg doch mit einem helleren Belag schöner aussehen würde, antwortete Heiko Hildebrandt, der sich seit vielen Jahren für Projekte im Steinbacher Norden einsetzt, dass leider diese Art der Gestaltung sehr teuer sei. Die Gesamtkosten für die Baumaßnahmen belaufen sich auf etwa 430.000 Euro und werden bis zu 70% gefördert. An dieser Stelle hat es sich als großer Vorteil erwiesen, dass es in Steinbach mit unserem ehemaligen Bürgermeister Stefan Naas jetzt einen Landtagsabgeordneten gibt, der auch in seiner neuen Funktion seine Heimatstadt weiterhin unterstützt. Erst sein persönlicher Einsatz ermöglichte es, dass die Fördergelder jetzt an die Stadt Steinbach ausgezahlt werden.

Heiko Hildebrandt: „Ferienfraktion und Fahrrad kombiniert sind ein tolles neues Format, das die Interessen der Mitbürgerinnen und Mitbürger trifft. Ich bin begeistert über die rege Teilnahme und das aktive Einbringen. Auf diese Weise können in relativ kurzer Zeit mehrere Themen zu einem Schwerpunkt vor Ort betrachtet und diskutiert werden.“

FDP-Ferienfraktion Erkundungsradtour: Es bewegt sich wieder etwas in Steinbach