Redebeitrag zum Thema: Neufassung der Ehrenordnung von Kai Hilbig

17. Oktober 2019

Stadtverordnetenversammlung: 21. Oktober 2019

Antrag Neufassung der Ehrenordnung

Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher, sehr geehrte Damen und Herren vom Magistrat, sehr geehrte Kollegen, liebe Bürger,

mit der vorliegenden neuen „Ordnung über Ehrungen der Stadt Steinbach“ haben wir einen guten Wegweiser an die Hand bekommen.

Schon beim ersten Lesen sind uns die klare Sprache und die nachvollziehbaren Strukturen aufgefallen: kurz, knapp und deutlich.

So stelle ich mir einen Wegweiser vor! Vielen Dank, Frau Färber, für diese tolle Ausarbeitung. Anerkennung für ein eigenes Engagement ist wichtig. Ob man es tatsächlich will oder nicht: irgendwie tut es einem persönlich immer gut. Der Mensch an sich ist ein Individuum, braucht zum Existieren eine gewisse Form von Zweisamkeit und zum Leben eine Gemeinschaft mit anderen Menschen, mit denen er sich austauscht: sei es Wissen, seien es Waren und Handfertigkeiten oder seien es gemeinsame Unterhaltung.

Der Mensch strebt dabei auch nach Anerkennung. Anerkennung für sein Denken, für sein Handeln, für seine Taten, für seine Leistungen. Auch wenn der Begriff „strebt nach Anerkennung“ möglicherweise in uns eher einen Beigeschmack erzeugt, dürfen wir dieses Streben nicht mit Machtstreben und Ruhmbegier in einem Topf werfen.

Anerkennung sagt mir ganz wertneutral, dass „jemand erkennt, dass ein anderer etwas gemacht hat“.  Stellen Sie sich umgekehrt vor: Sie machen etwas und niemand bemerkt das. Es gibt viele Menschen in unserer Gemeinde, die tagtäglich, Woche für Woche, Monat für Monat, ja… zum Teil schon jahrelang ihr Privatleben hintenanstellen und sich in den Dienst der Gemeinschaft stellen. Unserer Gemeinschaft!

Wenn wir dieses Erkennen, ist es gar nicht mehr soweit einem anderen Menschen einmal „Danke“ zu sagen.

Danke, dass Du das für mich oder für uns getan hast.

Danke, dass Du uns inspiriert hast.

Danke, dass Du uns vorangebracht hast.

Was klingt wie ein bei Pfarrer Lüdtke heimlich geklautes Manuskript ist der Schlüssel zu unserem gemeinsamen Leben in einer Gemeinde:

Ein Dank ist dabei eine Anerkennung und eine Motivation zu gleich.

Wir wollen in unserem täglichen Leben oftmals „Danke“ sagen, aber dann ist es plötzlich schwer das auch auszusprechen. Und wie oft soll man jemandem danken, wenn er das was mir gefällt schon viele Jahre so gut macht.

Die vorliegende Ehrenordnung macht es uns nun zumindest leicht „offiziell“ Danke zu sagen. Sie legt das „warum, wann, wie, womit“ in sehr klaren kurzen Beschreibungen fest. Sie umfasst den politischen Bereich genauso wie das Vereinsleben. Sie sieht Verdienste der einzelnen Bürger und erkennt das Ehrenamt. Neben messbar sportlichen Leistungen werden Lebensleistungen ehrbar – seien es eigene Lebensjahre oder gemeinsame Ehejahre. Sie ist Wegweiser und Inspiration zugleich.

Wir finden diese Ehrenordnung technisch gelungen und werden dieser Neufassung selbstverständlich zustimmen.