Lebendige Zentren: CDU und FDP freuen sich über rege Teilnahme an der Ferienfraktion
Am Dienstag, den 12. August, hatten die CDU- und die FDP-Fraktion zu einer gemeinsamen Ferienfraktion zum Thema „Lebendige Zentren“ eingeladen. „Wir hatten erwartet, dass das Thema, was mit unserer alten Dorfmitte passiert, auf großes Interesse stoßen würde, aber die Teilnehmerzahl hat uns dann doch überrascht“, freute sich Christian Breitsprecher, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Steinbacher Stadtparlament. Abends, bei noch sehr sommerlichen Temperaturen, konnte er im Namen beider Fraktionen etwa 70 interessierte Bürgerinnen und Bürger begrüßen, die gekommen waren, um sich über die geplanten Veränderungen in Steinbachs alter Dorfmitte zu informieren. Bürgermeister Steffen Bonk (CDU) sowie Kai Hilbig (FDP), Vorsitzender des Ausschusses „Lebendige Zentren“ übernahmen dann den inhaltlichen Teil des Abends.
Nach dem lauten Schellenzeichen, mit der historischen Handglocke des letzten Ausschellers Steinbachs – dem Mann, der die wichtigen Informationen aus dem Rathaus tagtäglich unter die Steinbacher brachte – ging es los. Kai Hilbig, als Vorsitzender des Geschichtsvereines, startete mit einer kurzen Reise durch die Historie des Freien Platzes und übergab das Wort an Bürgermeister Steffen Bonk. Versammelt um den Brunnen auf dem Freien Platz, erklärte Steffen Bonk die Maßnahmen, die angedacht sind, um einerseits den Steinbach für die Bewohner spürbarer und präsenter zu machen und gleichzeitig den Nutzwert des Platzes als zentralen Veranstaltungsort, z. B. für den Weihnachtsmarkt oder, wie in diesem Jahr, den Europatag, zu verbessern. Kai Hilbig erwähnte in diesem Zusammenhang auch den bisher guten Austausch zu den bisher angedachten Planungsvarianten zwischen dem Vereinsring und der Stadt. Es sei für alle das Ziel einen attraktiven Raum zu gestalten, der zudem auch alle technisch möglichen Anforderungen öffentlicher Veranstaltungen in sich vereint.
Eine weitere wichtige Veränderung ist die geplante direkte Wegverbindung vom Alten See zum Freien Platz, die die Anbindung des Steinbacher Nordens an die alte Dorfmitte für Fußgänger deutlich verbessern wird. Da der Weg dann an den Quellen des Steinbachs vorbeiführt, wird sich auch hier vielleicht die Möglichkeit ergeben, den Bach erlebbar zu machen.
Zentraler Punkt der anstehenden Investitionen ist die Neugestaltung der alten Dorfmitte im Bereich der evangelischen St. Georgskirche und der derzeitigen Stadtbücherei. Angedacht ist, vom Freien Platz aus eine freie Sichtachse auf die St. Georgskirche zu schaffen und damit diesem Kleinod deutlich mehr Beachtung bringt. Dies setzt den Abriss des Hauses Kirchgasse 3 voraus. Um aber den historischen Charakter des Gebietes zu erhalten, soll die alte, 2019 eingestürzte und abgetragene Scheune in diesem Bereich wieder errichtet und mit dem Neubau der Stadtbücherei verbunden werden. „Hier entsteht dann nicht nur eine neue Stadtbücherei, sondern auch Begegnungsstätten für Jung und Alt sowie Räume für Veranstaltungen“, erklärt Steffen Bonk. Erfahrungen anderer Städte, die ihre Stadtbüchereien so ausbauen und auch ruhige Räume zum Lesen oder Lernen schaffen, zeigen zudem einen deutlich stärkeren Zuspruch durch Jugendliche. Gerade in einer Stadt wie Steinbach, wo Jugendliche auch in beengten Wohnungsverhältnissen aufwachsen, kann dies ein wichtiges Angebot werden.
Kai Hilbig gab interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine kurze, informative Tour durch die liebevoll zusammengestellte Ausstellung des Heimatmuseums. An seinem derzeitigen Standort, im Keller des Backhauses, platzt das Museum allerdings aus allen Nähten und daher können viele Exponate gar nicht gezeigt werden. Kai Hilbig sagt dazu: „Die Idee der Stadt, dem Heimatmuseum etwas mehr Fläche im Gebäude der neuen Stadtbücherei zu verschaffen, wäre eine großartige Lösung“.
Am Ende der etwa eineinhalbstündigen Veranstaltung bedankte sich die FDP-Fraktionsvorsitzende Laura Jungeblut bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für das rege Interesse und die Fragen und fügte hinzu: „Vielen Dank an unseren Bürgermeister Steffen Bonk und Kai Hilbig für den informativen und interessanten Rundgang. Bei den Veränderungen, die hier anstehen, wird dies bestimmt nicht die letzte Veranstaltung zu diesem Thema gewesen sein“.


