Ferienfraktion der FDP: Warum Steinbach ein neues Feuerwehrgerätehaus braucht
Großes Interesse herrschte bei der Ferienfraktion der FDP Steinbach am 28. Juli. Über 30 Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort über die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr sowie die Planungen für das neue Feuerwehrgerätehaus zu informieren. Treffpunkt war das bestehende Feuerwehrgerätehaus in der Gartenstraße. Von dort aus führte der Weg gemeinsam zum künftigen Standort des Neubaus. Begleitet wurde die Veranstaltung vom Ersten Stadtrat Lars Knobloch sowie dem ehemaligen Stadtbrandinspektor und FDP-Stadtverordneten Dirk Hagen, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen umfassenden Einblick in die Arbeit der Feuerwehr und die Hintergründe des Neubauprojekts gaben.
Lars Knobloch stellte am Anfang die vielfältige und große Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehr für Steinbach heraus. Mit mehr als 60 aktiven Kameradinnen und Kameraden in der Einsatzabteilung sei sie ein herausragender Bestandteil für die Sicherheit in unserer Heimatstadt. Zu dem ohnehin schon breiten Aufgabengebiet sind in den letzten Jahren mit den Einsätzen nach Starkregenereignissen und den vermehrt auftretenden Waldbränden weitere Aufgaben hinzugekommen. In der starken Mini- und erfolgreichen Jugendfeuerwehr wird eine hervorragende Jugendarbeit gemacht. Sie sind auch das Fundament für eine starke Einsatzabteilung. Weiterhin sei die Feuerwehr und der Feuerwehrverein mit seinen eigenen Festen und den Teilnahmen an den städtischen Veranstaltungen ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Lebens in Steinbach. Knobloch hob auch hervor, wie intensiv besonders der Stadtbrandinspektor Dominik Hagen und sein Vertreter Markus Port die Planungen des neuen Feuerwehrgerätehauses eingebunden sind. Besonders erwähnenswert sei es auch, dass sich alle Kameradinnen und Kameraden komplett ehrenamtlich engagieren!
Im Anschluss erläuterte Dirk Hagen die Aufgaben der Feuerwehr und machte deutlich, wie stark sich diese in den vergangenen Jahrzehnten verändert haben. Neben Bränden gehören heute technische Hilfeleistungen, Unwettereinsätze, Verkehrsunfälle und viele weitere Einsatzlagen zum Alltag der Feuerwehr. Auch die Anforderungen an Arbeitssicherheit, Hygiene und Ausbildung seien erheblich gestiegen. Hagen erklärte außerdem, dass jede Kommune nach dem Hessischen Brand- und Katastrophenschutzgesetz verpflichtet sei, eine leistungsfähige Feuerwehr vorzuhalten. Ein entscheidender Faktor sei dabei die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist: Vom Eingang des Alarms bis zum Eintreffen der ersten Einsatzkräfte am Einsatzort dürfen nur wenige Minuten vergehen. Deshalb sei die verkehrsgünstige Lage des neuen Standortes ein wesentlicher Grund für die Entscheidung zugunsten des Grundstücks an der Hauptstraße.
Am zukünftigen Standort des Gerätehauses erklärte Hagen anhand der Baupläne die wichtigsten Merkmale des Neubaus. Die Besucherinnen und Besucher zeigten großes Interesse und stellten zahlreiche Fragen. Der Baubeginn ist nach derzeitiger Planung für das zweite Quartal 2027 vorgesehen. Das Projekt ist mit Baukosten von über acht Millionen Euro sowie weiteren rund 250.000 Euro für Grünanlagen und Erschließung die größte Einzelinvestition in der Geschichte der Stadt Steinbach. Vom Land Hessen erhält die Stadt hierfür eine Förderung in Höhe von 357.000 Euro. Das neue Feuerwehrgerätehaus wird Platz für alle Einsatzfahrzeuge der Steinbacher Feuerwehr bieten. Geplant sind sieben Fahrzeughallen mit Ausfahrt zur Hauptstraße, eine Rüsthalle, moderne Umkleiden, Sanitärbereiche sowie ausreichend Lagerflächen im Erdgeschoss. Besonders deutlich wurde der Unterschied zum bisherigen Gebäude bei den Umkleiden: Während sich die heute rund 50 männlichen Einsatzkräfte auf lediglich 25 Quadratmetern umziehen müssen, werden die neuen Umkleiden rund fünfmal so groß sein. Hinter dem Gebäude entstehen darüber hinaus über 30 Stellplätze sowie Fahrradabstellmöglichkeiten für die Einsatzkräfte. Im Obergeschoss werden ein moderner Schulungsraum, ein eigener Bereich für die Jugendfeuerwehr sowie ein zeitgemäßer Lagebesprechungsraum mit digitaler Ausstattung, die Einsatzzentrale entstehen. Ergänzt wird das Gebäude durch eine Dachterrasse als Treffpunkt für die Kameradinnen und Kameraden.
„Unsere Freiwillige Feuerwehr ist ein echtes Aushängeschild für Steinbach. Sie leistet eine hervorragende Arbeit bei Einsätzen, engagiert sich auch in der Nachwuchsgewinnung und für das gesellschaftliche Miteinander in unserer Stadt. Das neue Feuerwehrgerätehaus ist eine wichtige Investition in die Sicherheit und Zukunft Steinbachs. Besonders freut mich, wie groß das Interesse der Bürgerinnen und Bürger an diesem Thema war und wie intensiv wir miteinander ins Gespräch gekommen sind“, sagte Lars Knobloch.
Dirk Hagen zog ebenfalls ein positives Fazit: „Ein Feuerwehrgerätehaus ist heute weit mehr als eine Fahrzeughalle. Es ist Ausbildungsstätte, Einsatzzentrale und Treffpunkt zugleich. Im Einsatz müssen wir uns blind aufeinander verlassen können. Dieses Vertrauen entsteht nicht nur während der Einsätze, sondern auch durch den gemeinsamen Austausch und das Miteinander außerhalb der Einsätze. Deshalb brauchen wir im neuen Gerätehaus auch Raum für den gesellschaftlichen Teil unserer Feuerwehr. Dass die Besucherinnen und Besucher so viele Fragen gestellt haben, hat gezeigt, wie groß das Interesse an diesem wichtigen Projekt ist.“
Abschließend dankte Lars Knobloch allen Kameradinnen und Kameraden der Einsatzabteilung für ihr großes Engagement für die Sicherheit der Menschen in unserer Heimatstadt. Ein Dank sprach er auch an die Betreuerinnen und Betreuer sowie die Ausbilderinnen und Ausbilder der Mini- und Jugendfeuerwehr aus. Die FDP Steinbach bedankte sich bei allen Besucherinnen und Besuchern für das große Interesse und die zahlreichen Fragen. Die Ferienfraktion habe erneut gezeigt, wie wichtig der direkte Austausch zwischen Kommunalpolitik und Bürgerschaft sei.

