FDP-Ferienfraktion bei der Spedition Wennekamp

31. Juli 2020

Am 28. Juli 2020 trafen sich die Fraktionsmitglieder der FDP Steinbach bei der Spedition Wennekamp im Gewerbegebiet. Normalerweise finden bei den Freien Demokraten nur Ferienfraktionen mit weiteren Gästen aus den Reihen der Steinbacher Bürgerinnen und Bürger statt. Aber bei diesem Thema waren sich die Organisatoren nicht sicher, ob in allen Bereichen die notwendigen Corona-Regeln auch umgesetzt werden konnten.  Damit waren wir auch schon beim Thema: Durch Corona haben sich die Warenströme zur Belieferung in vielen Branchen deutlich verändert. Die Fraktion der Liberalen wollte sich vor Ort erkundigen, wie das Steinbacher Unternehmen Spedition Wennekamp mit dieser Zeit umgeht und die neuen Anforderungen umsetzt. Da durch Corona die Warenbelieferung in vielen Branchen deutlich zurückgegangen sind, wollte die Fraktion der Liberalen wissen, wie das Steinbacher Unternehmen mit der Krise umgeht und sie meistert. Die Spedition Wennekamp hat 40 Zugmaschinen, die jeweils über eine Tankleistung von ca. 1.000-1.200 Litern Diesel verfügen und damit ca. 3.000 – 3.500 Kilometer zurücklegen können, ohne nachtanken zu müssen. Die LKWs werden von 60 Fahrern im gesamten Bundesgebiet bewegt, darunter ist auch eine Frau. Herr Wennekamp würde gerne mehr Frauen einstellen, da LKW-Fahrer aber kein typischer Frauenberuf ist, gibt es leider nur sehr wenige Interessentinnen. Da es generell sehr schwierig ist Fahrer zu finden ist, bildet die Spedition Wennekamp auch in diesem Bereich selbst aus. Der Fahrermangel hängt sicherlich damit zusammen, dass von der Trucker-Romantik, wie man sie von früher kennt, nicht viel übriggeblieben ist, da der europäische Markt mittlerweile stark umkämpft, das Ansehen des Kraftfahrers leider noch immer nicht sehr hoch ist, und die Rastplätze abends/nachts hoffnungslos überfüllt sind.

Laut Herrn Wennekamp, der das 1936 gegründete Unternehmen gemeinsam mit seiner Schwester in der dritten Generation führt, waren die letzten fünf Monate sehr schwer. Durch eine Urlaubsregelung wurde erreicht, dass nur ein kleiner Teil der Mitarbeiter in Kurzarbeit gehen musste, und die Situation so gemeistert werden konnte. Dies war auch möglich, da in der Spedition Wennekamp ein sehr gutes, fast schon familiäres miteinander herrscht. Christoph Wennekamp: „Es ist uns sehr wichtig, dass sich unsere Mitarbeiter in unserem Unternehmen wohl fühlen.“ So hat die Spedition Wennekamp z. B. einen Gemeinschaftsraum für die Fahrer, die ansonsten immer alleine unterwegs sind, in dem Getränke bereitstehen, sich die Mitarbeiter gemeinsam etwas kochen können, und der auch einen Fernseher hat. Demnächst wird auch noch einen Tischkicker dazu kommen.

Ein neuer LKW kostet um die 160.000 EUR. Er fährt ca. 100.000 – 150.000 km pro Jahr und wird nach 6-7 Jahren aus dem Verkehr gezogen. Die Mautgebühren belaufen sich auf ca. 50.000-60.000 EUR im Monat, das macht alleine schon 10% der Gesamtkosten aus, die sich aus Fahrerlöhnen, Finanzierungen, Weiterbildungen, Seminare und Spritkosten zusammensetzen.

Nach zwei spannenden Stunden, die wie im Flug vergangen sind, war die Veranstaltung in der Daimlerstraße beendet.

In dieser Ferienfraktion wurde den Fraktionsmitgliedern ein sehr tiefer und nachhaltiger Eindruck über die vielen Arbeiten in einer Spedition vermittelt, und die großen Herausforderungen der Logistikbranche von einem Fachmann deutlich gemacht. „Ich bin sehr beeindruckt von der Leistung der Spedition Wennekamp und hätte nicht gedacht wie vielfältig die Arbeit in einer Spedition ist. Die Spedition Wennekamp ist ein herausragendes Bespiel für die Arbeit im deutschen Mittelstand, und wie eine Firma über viele Generationen weitergeführt wird. Wir können sehr stolz darauf sein in Steinbach so ein Unternehmen zu haben,“ so Astrid Gemke Fraktionsvorsitzende der FDP Steinbach.

FDP-Ferienfraktion bei der Spedition Wennekamp